Diversifikation in der Geldanlage
Kurz zusammengefasst
- Streuung nach Risikofaktoren: Entscheidend ist nicht die Zahl der Anlagen, sondern wie unterschiedlich sich diese entwickeln und welchen Risiken sie ausgesetzt sind.
- Gesamtvermögen im Blick: Klumpenrisiken erkennen Sie nur, wenn Sie neben dem Depot auch Ihre Immobilie, Ihre Altersvorsorge und Ihr Einkommen aus dem Arbeitsverhältnis einbeziehen.
- MSCI World mit Schwerpunkt: Ein MSCI-World-ETF streut über viele Unternehmen, ist aber zu rund 72 Prozent in US-Unternehmen investiert.
- Keine Garantie: Diversifikation kann Risiken verringern, schützt aber nicht vor Verlusten bei allgemeinen Markteinbrüchen.
Hinweis: Dieser Ratgebertext ist mit Hilfe von KI erstellt.
Was bedeutet Diversifikation bei der Geldanlage?
Diversifikation bedeutet, Ihr Kapital bewusst auf mehrere Anlagen zu verteilen, die sich unterschiedlich entwickeln. So hängt Ihre Geldanlage nicht zu stark von einzelnen Unternehmen, Branchen, Regionen oder Anlageklassen ab. Die Begriffe Diversifikation und Diversifizierung werden meist gleichbedeutend verwendet; auch in diesem Ratgeber meinen beide dasselbe Prinzip.
Besteht ein Depot überwiegend aus Aktien einer einzigen Branche, können dieselben Entwicklungen mehrere Positionen gleichzeitig treffen. Eine Verteilung über mehrere Unternehmen, Branchen und Regionen senkt dagegen die Abhängigkeit Ihres Vermögens von einem einzelnen Bereich.
Hängt ein großer Teil Ihres Vermögens von ein und demselben Faktor ab, sprechen Fachleute von einem Konzentrationsrisiko. Ist diese Abhängigkeit besonders ausgeprägt, etwa von einem einzelnen Unternehmen oder einer einzelnen Immobilie, wird auch vom Klumpenrisiko gesprochen. Beide Begriffe beschreiben dasselbe Grundproblem. Läuft es in diesem einen Bereich schlecht, gerät ein großer Teil Ihres Vermögens gleichzeitig unter Druck.
Eine breite Streuung bezieht deshalb auch verschiedene Anlageklassen ein, etwa Aktien und Anleihen. Entscheidend ist dabei, welchen Risiken die einzelnen Anlagen ausgesetzt sind und wie eng ihre Wertentwicklungen zusammenhängen.
Bei der Zusammenstellung einer Geldanlage spielen zudem Sicherheit, Rendite und Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Sicherheit beschreibt, wie stark das angelegte Kapital möglichen Wertverlusten ausgesetzt ist. Rendite bezeichnet den Ertrag, den eine Geldanlage erzielen kann. Verfügbarkeit beschreibt, wie schnell Sie wieder auf Ihr angelegtes Geld zugreifen können.
Diese drei Ziele bilden das sogenannte magische Dreieck der Geldanlage und stehen in einem Spannungsverhältnis zueinander. Eine Geldanlage kann in der Regel nicht alle drei Ziele gleichzeitig in gleichem Maße erfüllen. Diversifikation kann Risiken innerhalb einer gewählten Anlagestruktur breiter verteilen, hebt diesen grundsätzlichen Zielkonflikt aber nicht auf.
Wie kann Streuung das Risiko senken?
Risikostreuung kann das Gesamtrisiko eines Portfolios verringern, wenn sich die enthaltenen Anlagen nicht völlig gleich entwickeln. Den Grundgedanken kennen viele aus dem Sprichwort „Lege nicht alle Eier in einen Korb.“ Fällt der Korb herunter, können alle Eier auf einmal zerbrechen. Übertragen auf die Geldanlage lautet die Empfehlung, Ihr Vermögen auf Anlagen mit unterschiedlichen Risiken und Einflussfaktoren zu verteilen.
Wie gut die Streuung wirkt, hängt vor allem von der Korrelation ab. Sie beschreibt, wie eng die Wertentwicklungen verschiedener Anlagen zusammenhängen. Die Korrelation wird auf einer Skala von minus 1 bis plus 1 gemessen. Bei plus 1 bewegen sich zwei Anlagen vollständig im Gleichlauf. Ein Wert von 0 bedeutet, dass kein linearer Zusammenhang besteht. Bei minus 1 entwickeln sich die Werte genau entgegengesetzt. Gering oder negativ korrelierte Anlagen können deshalb zur Risikostreuung beitragen.
Zwei Aktien aus derselben Branche können zum Beispiel von ähnlichen wirtschaftlichen Faktoren abhängen und sich deshalb ähnlich entwickeln. Zusammen tragen sie dann weniger zur Risikostreuung bei als Anlagen, die auf unterschiedliche Einflussfaktoren reagieren.
Eine wichtige wissenschaftliche Grundlage für dieses Prinzip legte Wirtschaftsnobelpreisträger Harry Markowitz mit seiner Portfoliotheorie. Vereinfacht gesagt zeigt sie, dass das Risiko eines Portfolios nicht nur von den einzelnen Anlagen abhängt, sondern auch davon, wie sich diese zueinander entwickeln (Quelle: Gabler Banklexikon).
Dabei sind Korrelationen keine festen Größen. Wie eng zwei Anlagen zusammenhängen, kann sich mit der Zeit und je nach Marktumfeld verändern. Gerade in ausgeprägten Krisen überwiegen oft gemeinsame Faktoren, sodass verschiedene Anlagen kurzfristig gleichzeitig an Wert verlieren. Dieser Vorbehalt gilt für alle Anlageklassen, die in diesem Ratgeber genannt werden.
Auf welchen Ebenen können Sie diversifizieren?
Eine Geldanlage lässt sich auf mehreren Ebenen diversifizieren. Eine breite Streuung berücksichtigt nicht nur verschiedene Wertpapiere, sondern auch Anlageklassen, Regionen und Branchen. So kann die Abhängigkeit Ihres Portfolios von einzelnen Einflussfaktoren sinken.
- Anlageklassen streuen: Sie können Ihr Vermögen auf verschiedene Anlageklassen verteilen, zum Beispiel auf Aktien und Anleihen. Diese unterscheiden sich in ihren Chancen, Risiken und Einflussfaktoren und können deshalb im Portfolio unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
- Fonds und ETFs als Zugang nutzen: Fonds und ETFs sind keine eigene Anlageklasse, sondern bündeln viele Einzelwerte in einem Produkt. Schon mit einem Anteil investieren Sie damit in eine Vielzahl von Unternehmen oder Anleihen und streuen innerhalb der Anlageklasse. Wie breit die Streuung tatsächlich ausfällt, hängt davon ab, welchen Markt der Fonds oder ETF abbildet.
- Regionen und Währungen berücksichtigen: Wer über verschiedene Länder und Wirtschaftsräume streut, ist weniger von der Entwicklung einer einzelnen Region abhängig. Bei Anlagen in anderen Währungsräumen können zusätzliche Wechselkursrisiken entstehen. Zugleich verringert eine Verteilung über mehrere Währungen die Abhängigkeit von einer einzigen Währung.
- Branchen und Unternehmensgrößen mischen: Auch innerhalb des Aktienanteils lässt sich breit streuen. Unternehmen verschiedener Branchen und Größen können unterschiedlich auf Konjunktur, Zinsen oder andere wirtschaftliche Entwicklungen reagieren.
Entscheidend ist bei allen vier Ebenen dasselbe: Ihr Vermögen sollte tatsächlich über unterschiedliche Risikofaktoren verteilt sein.
Ergänzend: Investitionszeitpunkte verteilen. Neben der Zusammensetzung Ihres Portfolios können Sie auch den Zeitpunkt Ihrer Investitionen streuen. Beim sogenannten Cost-Average-Effekt, auch Durchschnittskosteneffekt genannt, investieren Sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig denselben Geldbetrag, statt einmalig eine große Summe anzulegen oder immer dieselbe Stückzahl zu kaufen (Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung).
Weil der Betrag gleich bleibt, der Kurs aber schwankt, erhalten Sie bei niedrigen Kursen automatisch mehr Anteile und bei hohen Kursen weniger. Ein Beispiel: Bei einer monatlichen Rate von 100 EUR erhalten Sie bei einem Anteilspreis von 50 EUR zwei Anteile, bei einem Preis von 25 EUR dagegen vier. Über die Zeit entsteht so ein Durchschnittspreis, der unter dem Durchschnitt der einzelnen Kurse liegen kann.
Der Vorteil liegt vor allem darin, dass Sie nicht den vermeintlich richtigen Einstiegszeitpunkt treffen müssen. Eine höhere Rendite garantiert der Effekt jedoch nicht, und vor Verlusten schützt er ebenfalls nicht. Steigen die Kurse über die gesamte Laufzeit, wäre eine frühe Einmalanlage im Nachhinein günstiger gewesen. Anders als die vier Ebenen oben verringert der Cost-Average-Effekt außerdem nicht die Abhängigkeit von einzelnen Risikofaktoren, sondern verteilt nur die Einstiegszeitpunkte.
Welche Anlageklassen eignen sich zur Diversifikation?
Für die Diversifikation lassen sich verschiedene Anlageklassen miteinander kombinieren. Entscheidend ist dabei, wie sie auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. Je unterschiedlicher zwei Anlagen auf ein Ereignis reagieren, desto besser ergänzen sie sich im Portfolio. Die folgende Übersicht zeigt, welche Rolle die einzelnen Anlageklassen übernehmen können und wie eng sie dem Aktienmarkt folgen.
- Aktien und Aktienfonds: Sie beteiligen sich an Unternehmen und deren wirtschaftlicher Entwicklung. Die Rendite entsteht aus Kursgewinnen und möglichen Dividenden und hängt von Markt, Branche und Anlagestrategie ab. Wertschwankungen und Verluste sind möglich, bei einzelnen Aktien auch ein Totalverlust. Aktien bilden zugleich die Bezugsgröße, an der sich die übrigen Anlageklassen messen lassen.
- Anleihen: Die Rendite hängt von Emittent, Laufzeit, Bonität und Zinsumfeld ab. Die Schwankungen fallen meist geringer aus als bei Aktien (Quelle: BaFin), Kurs- und Ausfallrisiken bestehen aber trotzdem. Anleihen können Aktienanlagen ergänzen und sich häufig anders entwickeln als diese. Bei stark steigenden Zinsen können allerdings beide gleichzeitig fallen.
- Immobilien: Die Rendite hängt unter anderem von Mieteinnahmen und Wertentwicklung ab. Wertschwankungen und Verluste sind möglich, und je nach Anlageform lassen sich Immobilienanlagen nur eingeschränkt verkaufen. Als Sachwertbaustein ergänzen sie andere Anlageklassen und sind an die Börse meist nur lose gekoppelt. Immobilienaktien folgen dem Aktienmarkt dagegen stärker.
- Infrastruktur und erneuerbare Energien: Wie sich diese Anlagen entwickeln, unterscheidet sich je nach Projekt und Markt. Auch hier sind Wertschwankungen und Verluste möglich, und je nach Anlageform ist der Verkauf eingeschränkt. Als Sachwertbaustein bringen sie andere wirtschaftliche Einflussfaktoren ins Portfolio. Die Kopplung an die Börse ist meist lose, dafür wirken Zinsen und Regulierung stärker.
- Rohstoffe und Gold: Die Rendite entsteht allein aus der Preisentwicklung, laufende Zinsen oder Dividenden gibt es nicht. Die Preise schwanken teils deutlich, hinzu kommt ein Wechselkursrisiko. Als Ergänzung anderer Anlageklassen entwickeln sie sich oft gegenläufig zu Aktien, verlässlich ist das jedoch nicht.
- Liquidität: Die Erträge sind in der Regel begrenzt. Die Wertschwankungen fallen vergleichsweise gering aus, allerdings kann die Inflation die Kaufkraft mindern. Im Portfolio dient Liquidität als kurzfristig verfügbare Reserve und folgt dem Aktienmarkt praktisch nicht.
Sachwerte wie Immobilien oder Infrastruktur erzielen ihre Erträge aus der Nutzung der Anlagen, zum Beispiel aus Mieten oder aus dem Verkauf von Strom. Welche Risiken im Einzelnen bestehen, hängt stark von der jeweiligen Anlage ab.
Welche Aufteilung für Sie geeignet ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Sie hängt unter anderem von Ihrem Anlagehorizont, Ihrer Risikobereitschaft und der gewünschten Verfügbarkeit ab.
Wie erkennen Sie ein Klumpenrisiko im eigenen Depot?
Ein Klumpenrisiko entsteht, wenn ein großer Teil Ihres Vermögens von einem einzigen Faktor abhängt. Das können einzelne Unternehmen, Branchen, Regionen oder andere gemeinsame Einflussfaktoren sein. Entwickelt sich dieser Bereich ungünstig, ist entsprechend viel Vermögen betroffen.
Ein gutes Beispiel ist der Home Bias, also die starke Ausrichtung der Geldanlage auf den eigenen Heimatmarkt. Das Vermögen hängt dann stärker von der wirtschaftlichen Entwicklung eines einzelnen Landes oder einer Region ab.
Um ein Klumpenrisiko zu erkennen, reicht der Blick ins Wertpapierdepot allein nicht aus. Entscheidend ist Ihr Gesamtvermögen. Dazu können neben dem Depot zum Beispiel eine eigene Immobilie und Ansprüche aus der betrieblichen Altersvorsorge gehören. Auch das Arbeitsverhältnis zählt dazu, denn das Gehalt ist für die meisten Menschen die wichtigste Einnahmequelle. Gerät der Arbeitgeber in wirtschaftliche Schwierigkeiten, kann das gleichzeitig das Einkommen, die betriebliche Altersvorsorge und, falls vorhanden, Mitarbeiteraktien treffen.
Das folgende Beispiel verdeutlicht es: Wer bei einem deutschen Unternehmen arbeitet, überwiegend in deutsche Unternehmen investiert und zusätzlich eine Immobilie in Deutschland besitzt, bündelt mehrere Vermögensbereiche im selben wirtschaftlichen Umfeld. Ein auf den ersten Blick breit aufgestelltes Depot kann so Teil eines insgesamt stärker konzentrierten Vermögens sein.
Mit den folgenden vier Fragen können Sie mögliche Konzentrationen prüfen. Je öfter Sie mit Ja antworten, desto genauer sollten Sie bestehende Konzentrationen unter die Lupe nehmen.
- Hängt ein großer Teil meines Vermögens von einem einzelnen Unternehmen, einer Branche oder Region ab?
- Steckt ein erheblicher Teil meines Vermögens in einer einzelnen Immobilie?
- Hängen mein Einkommen und weitere Vermögensteile vom selben wirtschaftlichen Umfeld ab?
- Hängen meine Geldanlage und Altersvorsorge überwiegend von denselben Risikofaktoren ab?
Reicht ein MSCI-World-ETF zur Diversifizierung aus?
Ein MSCI-World-ETF streut das Risiko einzelner Unternehmen breit, regionale Risiken und Währungsrisiken dagegen nur begrenzt. Der Index umfasst große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern. Laut MSCI waren zum 31. August 2026 insgesamt 1.280 Unternehmen enthalten. Die einzelnen Länder sind dabei jedoch sehr unterschiedlich gewichtet.
Ein Blick auf die Länderaufteilung zum 31. August 2026 zeigt den Schwerpunkt deutlich: Mit 72,1 Prozent entfällt fast drei Viertel des Index auf die USA. Es folgen Japan mit 5,8 Prozent sowie Großbritannien und Kanada mit je 3,5 Prozent und Frankreich mit 2,4 Prozent. Auf die übrigen 18 Länder zusammen entfallen 12,7 Prozent.
Auch innerhalb des Index verteilt sich das Kapital ungleich. Auf die zehn größten Unternehmen entfielen zum selben Stichtag rund 27 Prozent des Index, auf die Branche Informationstechnologie rund 30 Prozent. Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien sind im MSCI World gar nicht enthalten (Quelle: MSCI World Index Factsheet).
Trotz vieler enthaltener Unternehmen kann ein Portfolio damit einen deutlichen regionalen und branchenbezogenen Schwerpunkt haben. Wer breiter diversifizieren möchte, kann deshalb neben der Zahl der Unternehmen auch Regionen, Währungen und verschiedene Anlageklassen in den Blick nehmen. Welche Aufteilung sinnvoll ist, hängt von Ihren persönlichen Anlagezielen und Ihrer Risikobereitschaft ab.
In vier Schritten zum diversifizierten Portfolio
Ein diversifiziertes Portfolio entsteht durch eine durchdachte Aufteilung des Vermögens, die zu Ihren Zielen, Ihrem Anlagehorizont und Ihrer Risikobereitschaft passt. Ebenso wichtig ist Ihre persönliche Präferenz: Eine Aufteilung, mit der Sie sich wohlfühlen und die zu Ihren eigenen Vorstellungen und Werten passt, halten Sie in unruhigen Marktphasen eher durch. Die folgenden vier Schritte geben Ihnen dafür Orientierung.
- Ziele und Anlagehorizont klären: Überlegen Sie zuerst, wofür Sie das Geld anlegen und wann Sie voraussichtlich darauf zugreifen möchten. Der Anlagehorizont beeinflusst, wie viel Zeit Ihnen bleibt, um zwischenzeitliche Wertschwankungen auszusitzen.
- Strategische Aufteilung festlegen: Legen Sie dann fest, welcher Anteil Ihres Vermögens auf welche Anlageklasse entfallen soll. Diese prozentuale Aufteilung heißt auch Asset Allocation und bildet die Grundstruktur Ihres Portfolios.
- Passende Bausteine auswählen: Innerhalb der gewählten Anlageklassen sind etwa Kosten und Transparenz wichtige Auswahlkriterien. Prüfen Sie außerdem, welche Risiken bestehen und ob sich einzelne Anlagen stark überschneiden.
- Aufteilung regelmäßig überprüfen: Weil sich Anlagen unterschiedlich entwickeln, verschieben sich die festgelegten Anteile mit der Zeit. Ein Beispiel: Aus einer geplanten Aufteilung von 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen werden nach einem starken Börsenjahr womöglich 70 zu 30, und das Portfolio ist riskanter als beabsichtigt. Beim Rebalancing verkaufen Sie deshalb Anteile der übermäßig gewichteten Anlageklasse und kaufen die untergewichtete nach, bis die ursprüngliche Aufteilung wiederhergestellt ist. Mögliche Regeln sind eine jährliche Überprüfung oder eine Anpassung, sobald ein Anteil um mehr als fünf Prozentpunkte von der festgelegten Gewichtung abweicht.
Rebalancing und häufiges Umschichten lösen Transaktionen aus. Je nach Anlageform entstehen dadurch Kosten und gegebenenfalls steuerliche Folgen, die Sie einkalkulieren sollten. Die genannten Regeln sind deshalb Orientierungswerte und keine allgemeingültige Empfehlung.
Wo stößt Diversifikation an ihre Grenzen?
Diversifikation kann Risiken verteilen, aber weder Verluste ausschließen noch ein Portfolio automatisch sicher machen. Auch sehr viele Anlagen verbessern die Risikostreuung nicht zwangsläufig. Entscheidend ist, ob im Portfolio unterschiedliche Risiken enthalten sind.
Wer zum Beispiel fünf Fonds hält, die überwiegend in dieselben Unternehmen investieren, hat seine Positionen eher vervielfacht als gestreut. Solche Überschneidungen können das Portfolio unübersichtlicher machen, ohne die Risikostreuung spürbar zu verbessern. Der Begriff "Diworsification" geht auf den US-Fondsmanager Peter Lynch zurück, der ihn 1989 in seinem Buch "One Up on Wall Street" prägte (Quelle: Investec). Er beschrieb damit ursprünglich Unternehmen, die sich aus seiner Sicht nachteilig in fremde Geschäftsfelder ausweiten. Heute wird der Begriff teils auch auf Portfolios übertragen, deren zusätzliche Positionen keinen echten Streuungseffekt bringen.
Vor allem schützt Diversifikation nicht vor allgemeinen Markteinbrüchen. In schweren Krisen können verschiedene Anlageklassen gleichzeitig an Wert verlieren. Risikostreuung kann die Abhängigkeit von einzelnen Anlagen oder Risikofaktoren verringern, das allgemeine Marktrisiko aber nicht beseitigen.
Diversifikation in der Altersvorsorge und mit Sachwerten
Auch bei der Altersvorsorge kann Diversifizierung helfen, Abhängigkeiten zu verteilen. Wer ausschließlich auf eine Säule der Altersvorsorge setzt, ist stärker von deren Rahmenbedingungen und Regeln abhängig. Auch das ist eine Form von Klumpenrisiko. Eine Kombination verschiedener Vorsorgeformen kann diese Abhängigkeit verringern.
Beachten Sie dabei den zeitlichen Rahmen: Altersvorsorge und Sachwerte sind auf einen langen Anlagehorizont ausgelegt, in der Regel auf viele Jahre bis Jahrzehnte. Für kurzfristige Ziele, etwa eine geplante Anschaffung in den nächsten Jahren oder eine Rücklage für unvorhergesehene Ausgaben, eignen sie sich nicht. Dafür sind jederzeit verfügbare Anlagen die passendere Wahl.
Bei einer fondsgebundenen Versicherung, auch Fondspolice genannt, lässt sich das Geld innerhalb des Vertrags auf verschiedene Fonds und damit auf unterschiedliche Anlagen verteilen. Ein möglicher Vorteil ist die Flexibilität bei der Fondsauswahl, die sich je nach Vertrag während der Laufzeit anpassen lässt. Welche Möglichkeiten tatsächlich bestehen, hängt vom jeweiligen Vertrag und der verfügbaren Fondsauswahl ab.
Gleichzeitig fallen Kosten an, zum Beispiel für den Versicherungsvertrag und die gewählten Fonds. Diese Kosten mindern die Wertentwicklung Ihrer Altersvorsorge und sollten bei der Beurteilung berücksichtigt werden (Quelle: Verbraucherzentrale).
Sachwerte als Baustein der Diversifikation
Sachwerte wie Windparks, Energiespeicher und Wohnimmobilien können ein Portfolio um Anlagen ergänzen, die von anderen wirtschaftlichen Faktoren beeinflusst werden als die Börse. Sie bieten damit mehrere Ansatzpunkte für eine breitere Streuung.
Zu den Chancen zählen laufende Einnahmen aus der Nutzung der Anlagen, etwa Mieten oder Erlöse aus dem Stromverkauf, sowie mögliche Wertsteigerungen der Objekte selbst. Hinzu kommt der Zugang zu Projekten, die Privatanlegerinnen und Privatanlegern direkt meist nicht offenstehen, und die Beteiligung an langfristigen Entwicklungen wie dem Ausbau der Energieinfrastruktur oder dem Wohnungsbau. Weil Immobilien und Infrastruktur nicht an der Börse gehandelt werden, folgen ihre Bewertungen zudem anderen Mechanismen als Aktienkurse.
Dem stehen Risiken gegenüber. Werte können sinken, und Projekte können sich schlechter entwickeln als erwartet. Bei erneuerbaren Energien beeinflussen zum Beispiel Regulierung, Zinsniveau, Wetterbedingungen und Strompreise die wirtschaftliche Entwicklung, bei Immobilien vor allem Zinsen und Immobilienmarkt. Hinzu kommt, dass sich Sachwertanlagen je nach Ausgestaltung nur eingeschränkt verkaufen lassen. Eine ausführliche Gegenüberstellung von Chancen, Risiken und Kosten sowie der verschiedenen Fondsstrukturen finden Sie in unserem Ratgeber Sachwertefonds: Investieren in reale Werte.
Pangaea Life bietet im Rahmen von Versicherungsprodukten Investmentoptionen in erneuerbare Energien und Wohnimmobilien. Welche Chancen und Risiken bestehen, hängt von der jeweiligen Anlage ab.
Sie möchten wissen, wie Pangaea Life Sachwerte in der Geldanlage einsetzt? Informieren Sie sich über die Anlagelösungen von Pangaea Life oder lassen Sie sich persönlich beraten.